Die Frage nach der Wahrheit
Kanzelrede mit Prof. Dr. Martin Balle am 27.02.2026
Der Herausgeber u. a. der Landshuter Zeitung und Philosoph Prof. Dr. Martin Balle war im Zuge der Kanzelreden, die seit Corona über mehrere Jahre ausgesetzt werden mussten, nach fast sechsjähriger Wartezeit zur Freude der Zuhörer zu Gast in der voll besetzten Friedenskirche. "Die Fragestellung, "Was ist Wahrheit?" gehen auf die Worte des Pontius Pilatus aus dem Johannes-Evangelium beim Verhör von Jesus Chrisus zurück", so Gastgeber Pfarrer Jörg Gemkow bei seiner Einleitung. Er schlug in seiner Eröffnungsrede einen Bogen zwischen der biblischen Wahrheitssuche und modernen Polarisierung in den Sozialen Medien, da Martin Balle auch zu Diskurs und Meinungsbildung mit seinen Leitartikeln in der Zeitung anrege. In drei kleinen "Kurzpredigten" wie der Verleger es nannte, stieg er in die Wahrheitsfrage ein und brachte dabei die unterschiedliche Wahrnehmung von Wahrheit zum Vorschein, als er von dem entsetzlichen Unfall Niki Laudas auf dem Nürburgring 1976 berichtete und dieser die Gleichgültigkeit seinem Lebensretter gegenüber mit "Einzelkämpfertum" im Rennsport entschuldigte. Im zweiten Teil stand der Blick auf die Persönlichkeit eines Menschen im Vordergrund: "Wo ist meine Wahrheit?". Den dritten Abschnitt widmete Prof. Balle den sozialen Medien und dem Entstehen einer neuen, parallelen Wahrheit, vor der der Theologe Eugen Binser bereits im Zuge der Einführung des Privatfernsehen 1984 gewarnt habe. "Die Wahrheit ist ein Prozess.", so formulierte es Pfarrer Gemkow abschließend sehr treffend und bedankte sich bei Martin Balle für sein Kommen und den unterhaltsamen Abend mit einer Flasche Rotwein und Erkenntnissen, ebenfalls zur Wahrheit, zusammengestellt in einer Puplikation des deutschen Reformators Martin Luther. Die Stattkapelle Neufahrn umrahmte den Abend in kleiner Besetzung musikalisch mit Blasmusik zwischen den drei Redeteilen und trug damit zum gelungenen Abend bei, welcher in gemütlicher Atmosphäre mit guten Gesprächen seinen Ausklang fand.

